
Die Ensaimada ist eines unserer typischsten Gebäcke und hat einen sehr ungewöhnlichen Ursprung, wie uns Joan Seguí von der Bäckerei Forn Sant Francesc in seinem Buch Forn Sant Francesc. Panadería y repostería tradicional erzählt: „Die Ensaimada war eines der Mittel, mit denen die jüdischen Konvertiten der Insel angesichts des Vertreibungsbefehls der Katholischen Könige von 1492 beweisen wollten, dass sie rechtmäßig zum Christentum übergetreten waren. Zu diesem Zweck beschlossen sie, eines ihrer typischen geflochtenen Brote mit Schweineschmalz zuzubereiten – einer Zutat, die nach jüdischem Glauben verboten ist. Auf diese Weise zeigten sie unmissverständlich, dass ihre Konversion zum Christentum vollständig und glaubwürdig war. Daher stammt auch das Wort ‚Ensaïmada‘ von ‚Saïm‘, was auf Mallorquinisch Schweineschmalz bedeutet.“
Diese Säule unserer Gastronomie wird in den Bäckereien aus Mehl, Zucker, Hefe, Eiern und Saïm hergestellt. Joan, Gewinner des Preises für die weltbeste Ensaimada im Jahr 2017, erklärt zudem: „Früher war die Ensaimada ein ungefülltes Gebäck. Obwohl wir sie auch heute noch so finden, füllen wir sie mittlerweile mit einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen wie Cabello de ángel (Kandierter Kurbis), Vanillecreme, Haselnusscreme, weißer Schokolade, Nüssen, Sahne oder sogar mit Aprikosen, Sobrasada und Banane.“
Diese so typische mallorquinische Spezialität kann in vielen Bäckereien und Konditoreien in Inca genossen werden, die das Siegel des Kontrollrats der geschützten geografischen Angabe (IGP) Ensaimada de Mallorca tragen. Zudem ist es in den Cafés üblich, zum Milchkaffee eine kleine, einzelne Ensaimada zu bestellen.